Ausgabe 01

Achtsamkeit

Ist Achtsamkeit der neue Gegentrend zu Individualisierung? „Im Gegenteil: Es ist die Realisierung von Individualität im Zeitalter der Übernervosität“, argumentiert Matthias Horx, Herausgeber des Zukunftsreport 2016. In einer überreizten Welt, beruflich wie privat, verlieren wir immer stärker den Sinn für Nah- und Fern, für Bindung- und Entbindung, für das Wichtige und das Verrückte. Heute entscheiden Klickraten über die Relevanz einer Meldung, Katzenvideos und Selbstinszenierung überschwemmen die Sozialen Medien und wir leben in einer ständigen kommunikativen Überforderung. In dieser Zeit bekommt Achtsamkeit eine ganz andere Bedeutung. Die Bedeutung, in dieser über-füllten, über-reizten, über-komplexen Welt uns wieder auf uns selbst zu besinnen. Auf das Wesentliche. Das Persönliche. Das, was uns berührt. Denn so birgt der Begriff der Achtsamkeit auch gleichzeitig die tiefe Erkenntnis, dass die Welt gar nicht wirklich über-füllt, über-reizt, über-komplex ist.

Im HERZWERT-Redaktionsteam haben wir uns sehr schnell für Achtsamkeit als erstes Fokusthema entschieden.  Vielleicht lag es daran, dass dieser Wert gerade in unserer sehr lauten und turbulenten Branche täglich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vielleicht lag es aber auch daran, das jeder von uns sofort eine Idee hatte, wie er dieses Thema für sich ganz persönlich interpretieren könnte. Oder es war vielleicht einfach der Impuls, unsere Erfahrungen und persönlichen Werte zu teilen. Denn Achtsamkeit lässt uns nach Innen schauen, ohne das Außen zu vernachlässigen.

Jetzt möchten wir Sie herzlich einladen, unsere erste Ausgabe zu durchstöbern. Aber Vorsicht, möglicherweise applaudieren Sie danach im Theater nie wieder oder planen selbst Ihre erste Route auf dem spanischen Jakobsweg? Manchmal kann uns selbst der unscheinbarste Grünstreifen überraschen oder ein Blick in’s Gedankenglas wieder zur Ruhe bringen. Auch wenn Achtsamkeit und Büroalltag nicht immer harmonieren, ein Versuch ist es alle Mal wert. Und vielleicht finden auch Sie am Ende unserer Geschichten, wie Ann-Marie es in ihrem Artikel so schön schrieb, „Frieden in einer Teeschale“.

 

von Helge Thomas

von Sarah Toebben

von Ann-Marie Falk

von David-Ali Ungan

von Romina Becher

von David-Ali Ungan